David Jarolim

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David Jarolim
David Jarolim (* 17. Mai 1979 in Čáslav) ist ein tschechischer Fußballspieler, der von 2000 bis 2003 für den 1. FC Nürnberg spielte.

Beim FCN trug er die Rückennummer 6.

Karriere

Vereine

In Čáslav (dt. Tschaslau) geboren, verbrachte Jarolím einen Teil seiner Kindheit in Frankreich und begann mit dem Fußball in der Jugendabteilung des FC Rouen, für den Zweitligisten war sein Vater Karel von 1987 bis 1990 als Fußball-Profi tätig. Nach Rückkehr der Familie in sein Geburtsland setzte er den Fußball in der Jugendabteilung von Slavia Prag fort. Mit Slavia wurde er tschechischer A-Jugendmeister. 1994 wechselte er zum FC Bayern München. Am 3. Mai 1997 debütierte er in der Regionalliga Süd für die Amateure des FCB. Zur Saison 1997/1998 rückte er in den Profikader, spielte aber hauptsächlich für die Amateure. Seinen einzigen Einsatz für die Profimannschaft des FC Bayern absolvierte er am 13. April 1999 (26. Spieltag), als er für Ali Daei bei der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern eingewechselt wurde.

2000/01 wechselte er für 400.000 Mark zum damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg, für den er am 20. August 2000 (2. Spieltag) beim 2:0-Heimsieg über den LR Ahlen mit dem Führungstreffer auch sein erstes Tor als Profi erzielte. In der Saison 2000/01 wurde er 9 Mal in der Zweiten Liga eingesetzt und schoss 1 Tor. Eine schwere Knieverletzung, die er sich am zweiten Spieltag zuzog, verhinderte monatelang seinen Einsatz. Von 2001 bis 2003 absolvierte er 60 Erstligaspiele, in denen ihm 3 Treffer gelangen. In der Saison 2003/2004 kam er noch einmal zu 4 Zweitligaeinsätzen. Die Saison 2001/02 brachte für Jarolim Licht und Schatten. Geniale Momente wechselten mit katastrophalen Fehlern. In der Saison 2002/03 aber avancierte er endgültig zum Leistungsträger im Nürnberger Team und gab dem Spiel der jungen Mannschaft regelmäßig entscheidende Impulse. Bald gelang ihm auch sein erstes Bundesligator. Zu seinen Perspektiven befragt, antwortete er im Oktober: "Ich bin jung, es fällt mir schwer, jedes Jahr gegen den Abstieg zu spielen. Irgendwann soll es der UEFA-Cup sein. Oder die Champions League." Klaus Augenthaler traute Jarolim zu, "in einer großen Mannschaft mitzuspielen, wenn er eingewechselt wird". Aber in Nürnberg habe er sich weiterentwickelt, und das sei, versicherte der Trainer, "auch in Zukunft möglich". Jarolim spielte immer besser auf, doch letztlich mangelte dem genialen Techniker eine wesentliche Eigenschaft: der für einen offensiven Mittelfeldspieler unabdingbare Zug zum Tor. Immer wieder geriet er in aussichtsreiche Schussposition, um dann letztendlich doch nicht abzuschließen, sondern lieber einen meist schlechter positionierten Mitspieler zu suchen. Außerdem neigte er dazu, das Spiel durch zu langes Ballhalten langsam zu machen und so den Angriff eines Gegenspielers zu provozieren. Durch häufige, spektakuläre Stürze nach gegnerischer Einwirkung verspielte er sowohl bei den Gegnern, wie auch bei den Schiedsrichtern seine Glaubwürdigkeit. Immer öfter wurden Fouls gegen ihn nicht geahndet, weil die Referees ihm seine Sturzfreudigkeit übelnahmen und ihm nicht mehr glaubten. Schon vor Saisonende 2003 trug er sich mit Abwanderungsgedanken. Allerdings erklärte der Verein auch öffentlich, dass man im Fall des Abstiegs gezwungen sein werde, Leistungsträger zu verkaufen, um das finanzielle Überleben zu sichern. Jarolim wurde von verschiedenen Vereinen umworben. Sein Lieblingsklub war aber der Hamburger SV. Schon Anfang Mai verkündete er: “Es gibt nicht viele Verein, bei denen ein Spieler stolz sein kann, dort zu spielen. Aber der HSV ist einer davon. Beim HSV mit den tollen Spielern zu spielen, wäre schon mehr als reizvoll.” Dort zeigte man auch starkes Interesse, war aber nicht bereit, die vom FCN geforderte Ablöse in Höhe von 3 Millionen Euro zu zahlen. Anfang September war es dann doch soweit: Jarolim wechselte für circa 800.000 Euro zu den Hamburgern. Sein letztes Spiel für den Club bestritt er im DFB-Pokal bei den Reinickendorfer Füchsen. Mit Tränen in den Augen verabschiedete er sich von den mitgereisten Fans. Sein Kommentar: "Ich hatte in Nürnberg eine wunderbare Zeit. Es tut weh, in dieser Situation zu gehen, aber so ist eben Fußball. Trotzdem freue ich mich auf meine neuen Aufgaben in Hamburg - und dass ich im nächsten Jahr in der Bundesliga wieder auf den Club treffen werde. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei den Fans - Ihr seid einfach Weltklasse!"

Seit 1. September 2003 ist er für den Bundesligisten Hamburger SV unter Vertrag. Am 15. Dezember 2005 spielte Jarolím - im Rahmen des UEFA-Pokals - gegen die Mannschaft, in der sein Bruder Lukáš mitwirkte: Der Hamburger SV siegte im Heimspiel mit 2:0 gegen Slavia Prag. Jarolím, lauffreudig, zweikampfstark und ballsicherer, entwickelte sich als wichtiger Bestandteil der Mannschaft, sodass er zur Saison 2006/2007 von Trainer Thomas Doll zum stellvertretenden Mannschaftskapitän bestimmt wurde. Nach dem Weggang von Rafael van der Vaart wurde Jarolím 2008/2009 die Kapitänsbinde übertragen; die er unter Trainer Armin Veh an Neuzugang Heiko Westermann abtreten musste. Durch eine Vertragsverlängerung am 21. April 2009 gehörte Jarolím dem HSV bis zum 30. Juni 2012 an. Ab der Saison 2012/2013 spielt er beim Evian Thonon Gaillard FC in Frankreich.

Nationalmannschaft

Jarolím bestritt für sein Land Spiele in der U-15, U-16, U-18, U-20 und U-21-Nationalmannschaft, bevor er am 8. Oktober 2005 im Qualifikationsrückspiel zur Weltmeisterschaft 2006 in Prag beim 0:2 gegen die Niederlande – in der 76. Minute für Jiří Štajner eingewechselt – in der A-Nationalmannschaft debütierte. Er nahm mit der Auswahl auch an der Weltmeisterschaft teil, als er im letzten Gruppenspiel in der 64. Minute für Milan Baros eingewechselt wurde. Das Ausscheiden, nach der Gruppenphase, konnte er allerdings nicht verhindern. Am 7. Oktober 2006 gelang ihm in Liberec im Qualifikationshinspiel zur Europameisterschaft 2008 beim 7:0-Erfolg über San Marino auch sein erstes Länderspieltor.

Auch bei der EM war er im Kader. In allen drei Gruppenspielen kam er zum Einsatz (im ersten Spiel, was auch das Eröffnungsspiel der EM war, stand er auch in der Anfangself). Am Ende kam jedoch das Aus nach der Gruppenphase.

Erfolge

  • Deutscher Meister 1999, 2000
  • DFB-Pokal-Sieger 1998, 2000
  • Ligapokal-Sieger 1997, 1998, 1999

Spiele für den 1. FC Nürnberg:

  • Bundesliga: 60 Spiele (3 Tore)
  • 2. Bundesliga: 13 Spiele (1 Tor)
  • DFB-Pokal: 5 Spiele
  • Freundschaft/Test: 39 Spiele (9 Tore)