Willi Entenmann

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Willi Entenmann

Willi Entenmann (* 25. September 1943 in Benningen am Neckar, Württemberg; † 3. Januar 2012 in Garmisch-Partenkirchen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler. Er war von 1991 bis 1993 und 1996 bis 1997 als Trainer des 1. FC Nürnberg tätig.

Spielerkarriere

Willi Entenmann wuchs in der nördlich von Stuttgart gelegenen Gemeinde Benningen am Neckar auf und begann das Fußballspielen als Abwehrspieler beim örtlichen TSV Benningen. Auch sein älterer Bruder Rudi und sein jüngerer Bruder Werner spielten dort. Er war Mitglied der A-Juniorenmannschaft, welche 1962 im Endspiel um die württembergische Jugendmeisterschaft dem VfB Stuttgart unterlag. Bei den Aktiven spielte er eine Saison in der damaligen 1. Amateurliga Nord-Württemberg, ehe er 1963 seinem bereits zwei Jahre früher gewechselten Bruder Rudi zum VfB Stuttgart folgte.

In Stuttgart spielte er zunächst in der Amateurmannschaft des Vereins, bevor er am 30. Oktober 1965 mit der Profimannschaft bei der 0:1 Auswärtsniederlage bei Borussia Mönchengladbach sein erstes Bundesligaspiel bestritt. Er spielte auf Rechtsaußen und Bruder Rudi auf seiner angestammten Position des rechten Läufers. Seinen erstes Tor erzielte er am 11. Dezember 1965 mit seinem Kopfballtor zum 2:0 beim 4:2-Sieg gegen Hannover 96. Am Ende der Saison 1965/66 belegte er mit den Schwaben den 11. Platz. Bis 1975 trug Entenmann, der seine Karriere als Stürmer begann und später Abwehrspieler wurde, in insgesamt 237 Bundesligaspielen das VfB-Trikot und erzielte 28 Tore. Nachdem der VfB Stuttgart, welcher im Jahr zuvor noch das Halbfinale des UEFA-Cups erreicht hatte, 1975 in die 2. Bundesliga Süd abgestiegen war, spielte Willi Entenmann im ersten Zweitligajahr unter Trainer Istvan Sztani noch acht Spiele, der Aufstiegsmannschaft 1977 gehörte er jedoch nicht mehr an.

Trainerkarriere

VfB Stuttgart

Im Sommer 1978 wurde Willi Entenmann Trainer der in die Verbandsliga abgerutschten VfB-Amateure. Er etablierte in dieser Zeit neue Trainingsmethoden, formte Spieler wie Rainer Adrion, Günther Schäfer oder Andreas Müller und schuf einen Unterbau, von dem die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des VfB noch heute profitiert. Unter dem studierten Realschullehrer, der seine Trainerlizenz 1987 mit der Gesamtnote 1,2 bestanden hatte, stieg die Reservemannschaft der Schwaben 1979 in die Oberliga Baden-Württemberg auf und wurde im darauf folgenden Jahr durch ein 2:1 im Finale gegen den FC Augsburg deutscher Amateurmeister. Als der Schweizer Helmut Benthaus 1982 zum VfB kam, machte er Entenmann zu seinem Co-Trainer. Zusammen ergänzten sie sich zum Erfolgsduo und führten den VfB Stuttgart 1984 zu seiner dritten Deutschen Meisterschaft. Nachdem Benthaus' Nachfolger Otto Barić Anfang März 1986 entlassen worden war, beförderte VfB-Präsident Mayer-Vorfelder Entenmann zum Cheftrainer. Unter ihm erreichte die Mannschaft in den ausstehenden zehn Bundesligaspielen eine Bilanz von 17:3 Punkten und belegte am Ende Rang fünf. Zudem führte er den VfB ins Pokalfinale, welches man gegen den FC Bayern München verlor. Trotz dieser Erfolge und einer durch die Stuttgarter Anhänger getragenen Sympathiewelle wurde Willi Entenmann zur Saison 1986/87 durch Egon Coordes auf der Bank ersetzt und trainierte von nun an wieder die Amateurmannschaft des Vereins.

Mit der Verpflichtung des Niederländers Arie Haan kehrte Willi Entenmann 1987 als Assistenztrainer zurück auf die Bank der Schwaben und bildete gemeinsam mit ihm ein ähnliches Erfolgsgespann wie zuvor mit Helmut Benthaus. So zog der VfB 1989 ins UEFA-Pokal-Finale gegen den SSC Neapel mit Diego Maradona ein, welches nur unglücklich verloren wurde. Nach der Trennung von Arie Haan übernahm Entenmann im März 1990 erneut das Ruder. Dem akribischen Arbeiter gelang es jedoch nicht, die Erfolge des Jahres 1986 erneut aufleben zu lassen; so musste er im November desselben Jahres für Christoph Daum Platz machen.

1. FC Nürnberg

Auch bei seinem ersten Engagement beim Club stand Entenmann zunächst nur als Assistent von Arie Haan zur Seite und sorgte für die sportliche Kehrtwende, indem er Spieler wie Dieter Eckstein und Marc Oechler wieder in Form brachte. Im Anschluss bemühte sich Hertha BSC um die Dienste Entenmanns. Doch der blieb beim FCN, obwohl er nur mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet war, ohne Zusage auf Verlängerung am Valznerweiher.

In die Saison ging Entenmann erstmals als Chef-Trainer beim Club und man erreichte am Ende der Saison einen tollen siebten Platz. Mit Youngstern wie Christian Wück, Ballzauberer Sergio Fabián Zárate und Kapitän Andy Köpke schuf er eine Einheit die fußballerisch glänzen konnte. Während sich der Club auf dem Feld erfolgreich präsentierte, gab es enorme finazielle Probleme. Sein Verhältnis zur neuen Club-Führung unter Präsident Gerhard Voack war von Anfang an zerrüttet, u.a wegen dem umstrittenen Nacht- und Nebel-Transfer von Dieter Eckstein zum FC Schalke 04.

Entenmann begann den Club zu lieben, er hat die Fans in sein Herz geschlossen. Oftmals wurde er in der Stadt mit “unser Trainer" angesprochen, was ihm sehr imponierte. Der Club landete am Ende der Saison auf Tabellenplatz 13.

Während sich die Entenmann und Vereinsführung neben dem Platz immer häufiger zofften, zeigten die Akteure auf dem Platz der Saison 1993/94 zwei Gesichter. Auswärts setzte es ein Negativerlebnis nach dem nächsten, auf eigenem Feld lief es für das Entenmann-Team, das seine Hausaufgaben erledigte. Dynamo Dresden wurde mit 3:0 weggebügelt, der VfB Leipzig gar mit 5:0. Nach einer erneuten Auswärtspleite (0:1 in Duisburg) und einem Freundschaftsspiel in Ansbach, bei dem der Nürnberger Mannschaftsbus nach langer Wartezeit ohne Geschäftsstellenleiter Bernd Ingerling abfuhr, war eine neue Eskalationsstufe zwischen Voack und Entenmann erreicht. Als am darauffolgenden Bundesliga-Spieltag im November 1993 der FC Bayern München in der Noris zu Gast war, wurde dem Trainer kurz vor Anpfiff gesteckt, dass der Präsident auf der Tribüne seine Entlassung verkünde. Entenmann blieb beherrscht, brannte aber innerlich darauf, dass seine Jungs den großen Coup landen würden. André Golke und Hans-Jörg Criens erfüllten ihm den Wunsch – der FCN siegte 2:0, doch ein Entenmann feierte nicht mit. Er stellte sich nach Spielende in voller Montur unter die Dusche. Bei der anschließenden Pressekonferenz hatte er Tränen in den Augen, die Clubfans waren stocksauer auf Präsident Voack.

Am 1. Mai 1996 kommt Willi Entenmann zurück als Chef-Trainer an den Valznerweiher. Der in die Drittklassigkeit der Regionalliga gefallenen FCN stieg unter der Leitung Entenmanns wieder in die 2.Bundesliga auf. Entenmann sagte dazu: "Die Entscheidung, beim FCN erneut zu trainieren, ihn wieder nach oben zu führen, das war eine, die ich nicht mit dem Verstand, sondern nur vom Herz her getroffen habe“ . Der Club landet am Ende der Saison auf Platz 1 und schafft somit den Aufstieg in die 2.Liga.

Nach dem missglückten Saisonstart in der 2.Liga mit nur einem Sieg in 5 Spielen, wurde Entenmann am 30. August 1997 entlassen. Sein Nachfolger wurde Felix Magath.

Bilanz beim 1. FC Nürnberg:

  • 33 Siege
  • 17 Unentschieden
  • 37 Niederlagen

insgesamt 87 Spiele in der Bundesliga

  • 1 Sieg
  • 4 Niederlagen

insgesamt 5 Spiele in der 2.Bundesliga

  • 25 Siege
  • 5 Unentschieden
  • 4 Niederlagen

insgesamt 34 Spiele in der Regionalliga(damals 3.Liga)

Besonderheit: Nur Heinz Höher und Dieter Hecking sind für den Club öfter als Bundesliga-Cheftrainer auf der Bank gesessen.

Karriere nach dem Club

Nach seiner Entlassung trainierte wieder die Amateure des VfB Stuttgart (1994 bis 3. Mai 1996), die SpVgg Unterhaching (2. Oktober 1997 bis 30. Juni 1998), zweimal den SV Sandhausen (1999/00 und 2002), den VfR Aalen (2000/01) und den SGV Freiberg (30. Oktober 2003 bis 31. Oktober 2004).

Angebote aus dem Ausland lehnte Entenmann stets ab, denn die Familie, sagte er, sei viel wichtiger als Fußball.

Erfolge

Als Spieler

  • UEFA-Pokal-Halbfinale 1974 mit dem VfB Stuttgart

Als Trainer

  • Deutscher Meister 1984 als Co-Trainer des VfB Stuttgart
  • DFB-Pokalfinalist 1986 als Trainer des VfB Stuttgart
  • UEFA-Pokal-Finalist 1989 als Co-Trainer des VfB Stuttgart
  • Deutscher Amateurmeister 1980 als Trainer der VfB-Amateure

Siehe auch

Weblinks