Timothy Chandler

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Timothy Chandler
Timothy Chandler (* 29. März 1990 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Fußballspieler US-amerikanischer Abstammung, der von 2010 bis 2014 beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag stand.

Er trug die Rückennummer 26.

Karriere

Verein

Chandlers Vater ist ein US-amerikanischer Soldat, der in Deutschland stationiert war. Nach der Scheidung seiner Eltern kurz nach seiner Geburt wuchs Chandler bei seiner deutschen Mutter in Hessen auf. Mit dem Fußballspielen begann er bei den Sportfreunden in Oberau/Altenstadt, bevor er mit 11 Jahren zu Eintracht Frankfurt ging. Dort hatte er eine sehr erfolgreiche Jugendzeit und wurde mit der U15 des Vereins Süddeutscher und mit der U17 Deutscher Meister.

Noch als A-Jugendlicher wurde er 2007/08 gegen Saisonende erstmals auch in der U23 der Frankfurter eingesetzt. Am Ende der Saison stieg die Mannschaft von der Hessenliga in die Regionalliga Süd auf und Chandler spielte zwei weitere Jahre in der vierthöchsten Liga, in der er sich als Stammspieler etablierte.

2010 wechselte er zum Ligakonkurrenten 1. FC Nürnberg II. Dort wurde Chandler, der bis dahin in der Offensive gespielt hatte, zum Defensivspieler umfunktioniert und rechts oder im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Er spielte fast alle Partien der Regionalligahinrunde und erzielte dabei 4 Tore.

Bereits am 8. Oktober 2010 wurde er erstmals in einem Testspiel der ersten Mannschaft der Franken gegen Sigma Olmütz eingesetzt. Nachdem kurz darauf zwei Stammspieler der Profis auf der rechten Abwehrseite ausgefallen waren und die Ersatzformation gegen den 1. FC Kaiserslautern versagt hatte, war schon sein Bundesligadebüt im Gespräch, was sich aber nach der Rückkehr von Juri Judt wieder zerschlug.

Mit der Rückrunde begann dann aber endgültig die Profikarriere von Chandler. Er bestritt die Vorbereitung mit den Profis und ging mit in das Trainingslager in die Türkei. Beim Rückrundenauftakt am 15. Januar 2011 gegen Borussia Mönchengladbach saß er erstmals auf der Ersatzbank. Nur vier Tage später wurde er beim DFB-Pokalspiel gegen Kickers Offenbach in den Schlussminuten eingewechselt. Am 22. Januar gab er in der Partie beim SC Freiburg sein Bundesligadebüt. Es folgte unmittelbar darauf ein weiterer Pokaleinsatz und seine Heimpremiere gegen den Hamburger SV. Beim Auswärtsspiel in Stuttgart schoss er in der 51. Spielminute auf Vorarbeit von Julian Schieber sein erstes Bundesliga-Tor. Am 27. Spieltag gegen Werder Bremen sah er in der 72. Minute eine umstrittene Gelb-Rote-Karte. Mit Ausnahme des folgenden Spiels kam er vom 19. bis zum 31. Spieltag in jedem Spiel zum Einsatz. Insgesamt absolvierte er in seiner ersten Profisaison 14 Bundesliga- und zwei Pokalspiele. Sein ursprünglich bis 30. Juni 2011 laufender Vertrag wurde am 2. März 2011 bis 2013 verlängert. Dieser Vertrag wurde am Mittwoch, 25. April 2012, vorzeitig um weitere zwei Jahre bis 2015 verlängert.

In der Saison 2012/2013 war er dann weiterhin unumstritten auf der rechten Verteidigerposition. Erst im Lauf der Rückrunde wurde er unter dem neuen Trainer Michael Wiesinger vermehrt offensiv auf der rechten Seite eingesetzt. 30 Spiele absolvierte der Frankfurter, bevor er die Saison wegen eines Außenbandanrisses im Knie vorzeitig beenden musste.

Am zweiten Spieltag der neuen Saison kehrte Chandler wieder ins Team zurück und übernahm von da an wieder die Stammposition in der rechten Defensive. Im dritten Spiel der Rückrunde, seinem 100. Spiel in Liga und Pokal für den 1. FC Nürnberg, verletzte er sich bei einem Sturz erneut schwer am linken Knie und fiel nach einem Außenmeniskusriss wieder mehrere Monate aus.

Nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga in der Saison 2013/14 wechselte er für etwa 1,0 Millionen Euro Ablöse zu Eintracht Frankfurt.


Spiele für den 1. FC Nürnberg:

  • Bundesliga: 95 Spiele (4 Tore)
  • DFB-Pokal: 7 Spiele
  • Freundschaft/Test: 39 Spiele (4 Tore)
  • 2. Mannschaft: 17 Spiele (4 Tore)

(letzter Einsatz: am 33. Spieltag in der Saison 2013/14)

Nationalmannschaft

Timothy Chandler, der die deutsche und die US-Staatsbürgerschaft besitzt, bekundete Interesse, im Falle einer Berufung für die US-Nationalmannschaft zu spielen. Nach seinem Durchbruch in der Bundesliga wurde er in den Kader der US-Nationalmannschaft für zwei Freundschaftsspiele Ende März 2011 gegen Argentinien und Paraguay geholt. Am 26. März 2011 debütierte er für die Nationalelf der Vereinigten Staaten, als er im Spiel gegen Argentinien zur zweiten Halbzeit für Jonathan Spector eingewechselt wurde. Chandler war dabei der einzige Debütant auf Seiten der US-Amerikaner. Im Spiel gegen Paraguay, drei Tage später, stand er zum ersten Mal von Beginn an für die Nationalmannschaft auf dem Platz.

Als der US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann Chandler im Mai 2012 für die ersten Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2014 nominierte, sagte er Klinsmann ab. Chandler begründete seine Absage damit, dass er sich nicht sicher sei, ob er weiter für die USA antreten wolle. Nachdem er für weitere WM-Qualifikationsspiele im September 2012 den USA erneut absagte, erklärte der Nürnberger Sportvorstand Martin Bader in diesem Zusammenhang, dass Chandler sich mehr als Deutscher fühle und deutete somit an, dass der Spieler, statt sich durch ein Pflichtspiel für die USA festzuspielen, die Möglichkeit offenhalten will, einen Verbandswechsel zum DFB zu beantragen. Dies hatte sich nach seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die USA im WM-Qualifikationsspiel gegen Honduras am 6. Februar 2013 erledigt.

Weblinks