Cacau

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Cacau

Cacau (* 27. März 1981 in Santo André als Claudemir Jeronimo Barreto) ist ein brasilianisch-deutscher Fußballspieler.

Karriere

Karrierebeginn

Cacaus erste Station als Fußballer war der Nacional AC São Paulo, dort wurde er jedoch ausgemustert. Durch Osmar de Oliveira, seinen späteren Manager und Leiter einer Samba-Gruppe, kam Cacau 1999 nach Deutschland und tourte mit der Tanzgruppe durch Deutschland, bevor er einen Vertrag bei Türk Gücü München erhielt, wo er zuletzt in der fünftklassigen Landesliga spielte. 2001 wechselte der damals 20-Jährige zum 1. FC Nürnberg, bei dem er zunächst in der Amateurmannschaft spielte.

1. FC Nürnberg

Nach beständig guten Leistungen in Nürnbergs zweiter Mannschaft kam Cacau im November 2001 erstmals in der Profimannschaft des „Clubs“ zum Einsatz. In seinem zweiten Einsatz, einer 2:4-Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen am 9. Dezember 2001, machte er mit zwei Toren erstmals auf sich aufmerksam und wurde im kicker sowohl der „Spieler des Spiels“ als auch der „Spieler des Tages“. In der Folge spielte er sich schnell in die erste Elf des FCN und ließ dabei einige erfahrenere Stürmer, unter anderem Paulo Rink und Kai Michalke, hinter sich. Cacau bestritt in der Saison 2001/2002 insgesamt 17 Bundesligaspiele und erzielte dabei sechs Tore.

In der darauffolgenden Saison 2002/2003 galt er zusammen mit dem Neuzugang Saša Ćirić als Hoffnungsträger des Glubbs, der zuvor als Tabellen 15. nur knapp den Klassenerhalt geschafft hatte. Im Gegensatz zu dem zu Saisonbeginn bereits 34-jährigen Cirić, dem zwölf Tore gelangen, verlief die Saison für Cacau mit zwei Toren wenig erfolgreich, und man stieg ab. Bereits im Januar 2003 hatte Cacau einen Vertrag mit dem VfB Stuttgart unterschrieben, zu dem er zu Beginn der Saison 2003/04 ablösefrei wechselte. 2003/04 spielte auch sein Bruder Vlademir beim Club, kam aber nur zu einem Zweitligaeinsatz.


Spiele für den 1. FC Nürnberg:

  • Bundesliga: 44 Spiele (8 Tore)
  • DFB-Pokal: 2 Spiele
  • Freundschaft/Test: mind. 21 Spiele (10 Tore)
  • 2. Mannschaft: mind. 18 Spiele (8 Tore)

VfB Stuttgart

In seiner ersten Saison beim VfB 2003/04 spielte der Verein in der Champions League. Cacau bestritt bis zum Ausscheiden im Achtelfinale gegen den FC Chelsea vier Spiele. In der Bundesliga erzielte er 14 Tore.

Cacau war in der Saison 2004/05 unter Matthias Sammer über alle Pflichtspiele gerechnet der beste Torschütze des VfB. In dieser Saison kam der VfB auf Rang Fünf und somit in den UEFA-Cup.

Vor der Saison 2006/07 wollte sich der Verein von Cacau trennen. Doch der Spieler bestand auf der Erfüllung seines Vertrages, setzte sich in der Folge endgültig beim VfB durch und erhielt einen neuen Vertrag bis 2010. Er erzielte in dieser Saison 13 Tore in der Bundesliga und weitere vier im DFB-Pokal. Somit war er neben Mario Gómez der erfolgreichste Stürmer des VfB. Cacau gewann mit dem VfB die Deutsche Meisterschaft. Es war der erste Titelgewinn in seiner Profikarriere. Zudem stand er mit dem VfB im Finale des DFB-Pokals, das der VfB mit 2:3 n. V. gegen Cacaus früheren Verein 1. FC Nürnberg verlor. Dort schoss er zwar das 1:0 für Stuttgart, wurde aber nach einer halben Stunde Spielzeit wegen einer Tätlichkeit vom Feld gestellt.

In der Saison 2007/08 kam Cacau auf neun Tore in 27 Spielen, ein Jahr später auf sieben Treffer in 25 Partien. In der Saison 2009/10 war er mit 13 Toren in 25 Spielen wieder überaus erfolgreich. Dabei erzielte er am 20. Februar 2010 zum ersten Mal in seiner Karriere vier Tore in einem Bundesligaspiel. Am 1. Mai 2010 verlängerte Cacau doch noch seinen Vertrag beim VfB Stuttgart bis Ende Juni 2013, nachdem er ursprünglich seinen Abschied angekündigt hatte. Am 22. März 2013 zog Cacau eine Vertragsoption, durch die sich sein Vertrag bis 2014 verlängerte. Im Februar 2014 wurde bekannt, dass sein Vertrag in Stuttgart über das Saisonende hinaus nicht verlängert wird. Cacau plant, in einigen Jahren eine Funktionstätigkeit beim VfB Stuttgart zu übernehmen.

Nationalmannschaft

Am 19. Mai 2009 wurde Cacau, der seit Februar 2009 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, von Bundestrainer Joachim Löw für die anstehende Asien-Reise des DFB nominiert. Am 29. Mai 2009 gab er in Shanghai gegen China sein Länderspieldebüt für die deutsche Nationalmannschaft, als er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Fünf Monate später, am 14. Oktober, stand Cacau im Qualifikationsspiel für die WM 2010 gegen Finnland erstmals in der Startformation des DFB. Beim 1:1 spielte er die vollen 90 Minuten durch. Am 6. Mai 2010 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den erweiterten Kader für die Weltmeisterschaft 2010 berufen. Am 13. Mai 2010 erzielte er im Spiel gegen Malta seine ersten beiden Treffer im DFB-Trikot. Im darauf folgendem Testspiel schoss er nach seiner Einwechslung ein Tor gegen Ungarn. Am 13. Juni 2010 wurde er im WM-Auftaktspiel gegen Australien in der 68. Minute eingewechselt und erzielte 110 Sekunden später sein erstes Tor bei einer Weltmeisterschaft. Das Tor ist das zweitschnellste Tor in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft das ein Spieler nach seiner Einwechslung erzielt hat. Am 6. September 2011 schoss er unmittelbar vor dem Schlusspfiff das Ausgleichstor zum 2:2-Unentschieden in einem Freundschaftsspiel gegen die Nationalmannschaft von Polen. Cacau wurde am 29. Februar 2012 in einem Länderspiel gegen Frankreich in der 70. Spielminute eingewechselt und erzielte in der 91. Minute den Anschlusstreffer zum 1:2-Endstand.

Seit Oktober 2010 ist Cacau zusammen mit Serdar Taşçı, Nationalspielerin Célia Šašić und der Schiedsrichterin Sinem Turac als DFB-Integrationsbotschafter tätig.

Privates

Cacau wuchs als einer von drei Söhnen einer alleinerziehenden Mutter, die als Reinigungskraft für eine deutsche Familie arbeitete, in Mogi das Cruzes auf. Um die Familie zu unterstützen, arbeiteten Cacau und seine Brüder regelmäßig neben der Schule. Nach seinem Durchbruch als Fußball-Profi erwarb Cacau für seine Familie ein Haus in ihrem Heimatort. Cacau ist seit 2001 mit Tamara Barreto verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Seine Hobbys sind Lesen und christliche Musik. Das Wichtigste in seinem Leben ist, nach eigenen Aussagen, der Glaube an Jesus und die persönliche Beziehung zu ihm.

Aufgrund der Bedeutung des christlichen Glaubens im Leben Cacaus wurde er in mehreren Büchern und Filmen portraitiert. So wird er im Buch „Fußball-Gott - Erlebnisberichte vom heiligen Rasen“ (2002 und 2006) biographiert, ebenso in der „Fußball Bibel“ (2004). Außerdem spielt der Stürmer im Film „Fußball-Gott - Das Tor zum Himmel“ (2005) mit. Für Kinder und Jugendliche erzählt er seine Lebensgeschichte in dem Hörspiel „Andy Latte - Cacau kommt gerade recht“.

Am 2. Februar 2009 erhielt Cacau seine Einbürgerungsurkunde vom Landratsamt Waiblingen und wurde somit deutscher Staatsbürger. Die Einbürgerung geht auf eine private Initiative Cacaus zurück und hat nichts mit seinem späteren Aufrücken in die deutsche Nationalmannschaft zu tun. Sie entsprang einem persönlichen Bedürfnis Cacaus, der sich als Deutscher versteht.

Da eine Abgabe bzw. ein Verlust der brasilianischen Staatsbürgerschaft nicht möglich ist, besitzt Cacau auch weiterhin die brasilianische Staatsangehörigkeit.

Trivia

Sein Kurzname Cacau kommt nach eigenen Angaben von einem Versprecher: An seinem 1. Geburtstag sagte er statt Claudemir Cacaudemir zu sich selbst. Fortan nannte ihn seine Mutter nur noch Cacau. Cacau ist somit der erste Fußballspieler, der seinen Spitznamen anstatt seines bürgerlichen Nachnamens auf dem Trikot der deutschen Nationalmannschaft trägt. Cacau macht nach jedem von ihm geschossenen Tor den gleichen Torjubel. In Heimspielen läuft er mit zwei winkenden Zeigefingern in der Luft zur Fankurve, kniet sich an die Eckfahne, wartet auf die Mitspieler und macht einen Luftkuss. In Auswärtsspielen läuft er entsprechend zum Gästeblock.