Hans Meyer

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Hans Meyer

Hans Meyer (eigentlich Hans-Joachim Meyer) (* 3. November 1942 in Briesen bei Bilin, heute Tschechien) ist ein deutscher Fußballtrainer und war bis 1970 Fußballspieler in der DDR. Beim 1. FC Nürnberg arbeitete er als Cheftrainer vom 9. November 2005 bis zum 11. Februar 2008.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Als Spieler

Hans Meyer begann seine Laufbahn als aktiver Fußballspieler beim unterklassigen BSG Motor Dietlas. Mit 14 Jahren kam er 1956 zur Ausbildung zum Maschinenschlosser nach Suhl und schloss sich der BSG Motor Suhl an, die in der viertklassigen Bezirksliga Suhl vertreten war. Als Perspektivspieler wurde Meyer 21-jährig 1963 zum erstmals DDR-Meister gewordenen SC Motor Jena delegiert und nahm gleichzeitig ein Studium zum Sport- und Geschichtslehrer auf. Zunächst als Spieler der Reservemannschaft stieg er 1967 in die zweitklassige DDR-Liga auf. In der Saison der zweiten Jenaer Meisterschaft 1967/68 kam Meyer nur zu einem Oberligaeinsatz. Erst in der darauffolgenden Serie wurde er in die Oberligamannschaft aufgenommen. In der Oberligaspielzeit 1968/69 kam Hans Meyer, als Verteidiger spielend, mit über 20 Spielen am häufigsten zum Einsatz. Im dritten Meisterschaftsjahr der Jenaer 1969/70 wurde Meyer wieder nur zweimal aufgeboten. Am Ende dieser Saison beendete er seine aktive Laufbahn, in der er zu insgesamt 30 Oberligaeinsätzen kam und ein Tor erzielte.

Als Trainer

Vor der Tätigkeit beim FCN

Am 1. Juli 1971 übernahm Meyer als jüngster Trainer der DDR-Oberliga den FC Carl Zeiss Jena. Mit den Jenaern wurde er dreimal FDGB-Pokalsieger (1972, 1974, 1980) und erreichte 1981 das Finale im Europapokal der Pokalsieger (1:2 gegen Dinamo Tiflis). Als 1983 die Jenaer Mannschaft nach acht Spielen sieglos auf dem vorletzten Tabellenplatz der Oberliga stand, wurde Meyer nach 12-jähriger Trainertätigkeit beim FC Carl Zeiss entlassen. Anschließend trainierte er von 1984 bis 1987 Rot-Weiß Erfurt, den FC Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitzer FC) (1988 bis Juni 1993), erneut Jena (Oktober 1993 bis August 1994), den 1. FC Union Berlin (1995) und den niederländischen Erstligisten FC Twente Enschede (Januar 1996 bis September 1999). Im September 1999 wurde Meyer Trainer des damaligen Zweitligisten Borussia Mönchengladbach. Meyer führte die Borussen 2001 wieder zurück in die 1. Liga. Er war somit der erste Fußballtrainer aus den ostdeutschen Bundesländern, der mit einem Verein aus dem Westen in die Bundesliga aufgestiegen ist. Meyer schied im März 2003 auf eigenen Wunsch bei Borussia Mönchengladbach aus, da es Meinungsverschiedenheiten mit einigen Pressevertretern gab. Meyer wurde nach seiner Trennung Talentesichter in Mönchengladbach. Im Dezember 2003 verpflichtete ihn Hertha BSC als Cheftrainer. Mit Meyer kam die Hertha am Ende der Saison auf den 12. Tabellenplatz. Im Juni 2004 ließ Meyer die Trainertätigkeit bei Hertha BSC enden, obwohl ihm ein Angebot zur Vertragsverlängerung vorlag. Er fungierte aber noch weiterhin einige Zeit als Scout für den Verein.

Trainer des 1. FC Nürnberg

Am 9. November 2005 übernahm er dann das Amt des Cheftrainers beim damaligen Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga, dem 1. FC Nürnberg. Innerhalb kürzester Zeit führte er die Franken auf einen Nicht-Abstiegsplatz, sicherte am 32. Spieltag den Klassenerhalt und erreichte am Ende sogar Platz 8. Daraufhin wurde Meyers Vertrag zunächst unbefristet – mit jederzeitiger Kündigungsmöglichkeit beider Seiten – verlängert. Im Februar 2007 erhielt er einen Vertrag bis 2009. In der Saison 2006/2007 erreichte der 1. FC Nürnberg unter Meyers Leitung den 6. Tabellenplatz der 1. Bundesliga. Eindrucksvolle Siege (u.a. zwei Mal gegen den späteren Meister Stuttgart und ein 3:0 gegen den Rivalen vom FC Bayern) sorgten für einen in der jüngeren Geschichte des Vereins einzigartigen Heldenstatus des Trainers. Gekrönt wurde die Saison am 26. Mai 2007, als man den DFB-Pokal in Berlin gegen den VfB Stuttgart mit 3:2 nach Verlängerung gewann. Damit verbunden war die Qualifikation des Clubs zur Teilnahme am UEFA-Cup. Nach dem Absturz auf einen Abstiegsplatz in der Saison 2007/2008 wurde Meyer am 11. Februar 2008 wegen anhaltender Erfolglosigkeit beurlaubt. Mit dem Abstieg stellte der 1. FC Nürnberg die monatlichen Gehaltszahlungen in Höhe von 140.000 Euro ein, da Meyer immer ausgeschlossen haben soll, noch einmal in der zweiten Liga zu trainieren. Dieser bestand jedoch auf die weitere Auszahlung, was bis Mitte 2009 rund 1,7 Millionen Euro ergeben hätte. Ein Schlichtungsversuch beim Deutschen Fußball-Bund scheiterte zunächst ebenso wie ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Nürnberg. Am 18. Oktober 2008 wurde bekannt gegeben, dass der 1. FC Nürnberg und Hans Meyer alle bestehenden Streitigkeiten einverständlich beigelegt haben. Der beim Arbeitsgericht Nürnberg anhängige Rechtsstreit wurde somit offiziell beendet. Über die Einzelheiten ihrer Verständigung und den Inhalt des Vergleichs wurde nichts bekannt.

Bilanz beim 1. FC Nürnberg:

insgesamt 75 Spiele in der Bundesliga

Besonderheit: Nur Heinz Höher, Dieter Hecking, Willi Entenmann und Max Merkel sind für den Club öfter als Bundesliga-Cheftrainer auf der Bank gesessen.

Rückkehr nach Mönchengladbach

Am selben Tag kehrte Meyer als Chef-Trainer zu seinem früheren Verein Borussia Mönchengladbach zurück. Er unterschrieb beim damaligen Tabellenletzten einen Vertrag bis Ende Juni 2010. Um den Abstieg zu verhindern, baute er die Mannschaft um. Zur Winterpause verpflichtete er auch neue Spieler, etwa Tomáš Galásek, den er schon nach Nürnberg geholt hatte. Am Ende gelang mit Rang 15 der direkte Klassenerhalt mit nur 31 Punkten, was einen neuen Rekord bedeutet. Trotz Klassenerhalts bat Hans Meyer am 28. Mai 2009, seinen bis 30. Juni 2010 laufenden Vertrag vorzeitig aufzulösen. Diesem Wunsch entsprach der Verein. Im Juni 2011 kehrte er als Präsidiumsmitglied zur Borussia zurück.

Titel / Erfolge

Als Spieler

Als Trainer

Privates

Hans Meyer hat nach dem Ende seiner Arbeit in Mönchengladbach seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Nürnberg verlagert. Er hält weiterhin Kontakt zu Mitarbeitern des 1. FC Nürnberg und lässt sich auch häufig als Dauerkarten-Besitzer bei Heimspielen im Stadion blicken. Seine Meinung als Fußballfachmann ist in lokalen und überregionalen (Sport-) Medien noch immer gefragt.

Siehe auch

Weblinks

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